Ich habe ein Problem mit dem Kampagnen-Tracking bei PIWIK. (Genauer genommen sind es mehrere, ich glaube ich bin zu blöd das vernünftig einzusetzen.) Jedoch hier das “größte”:

Ich betreibe beruflich einen kleinen Shop. Der Shop ist auf anderen Websseiten mit Kampagnen verlinkt. Die Besuche werden den Kampagnen (meistens) vernünftig zugeordnet. Wenn nun einer der Besucher ein Ziel errreicht, wird zwar die Konversion gezählt, jedoch in einer zweiten, neuen Kampagne, die den gleichen Namen aber dafür 0 Besuche hat. Das sieht dann in etwa so aus:

PIWIK: Konversions nach Kampagnen mit Koversionen für 0 Kampagnen-Besuche.

PIWIK: Konversions nach Kampagnen mit Koversionen für 0 Kampagnen-Besuche.

Die Zuordnung von Konversionen zu Suchmaschinen, Suchbegriffen und Websites funktioniert jedoch einwandfrei.

Was mache ich falsch?

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Mit PIWIK kann man ebenso wie bei Google Analytics bestimmte Seiten als Ziel (“Goal“) definieren und somit sich einfach darstellen lassen, ob bestimmte Unternehmensziele erreicht werden, oder was z.B. SEM-Kampagnen für den Online-Umsatz tatsächlich eingebracht haben. Mit den Zielen kann man herausfinden, wie hoch die Wandlungsquote (“Conversion-Rate“) einer bestimmten Maßnahme in bestimmte Aktionen ist. Dabei muss es nicht immer um erfolgreich abgeschlossene Käufe gehen, sondern ein solches Wandlungsziel (“Conversion-Goal“) kann auch die Zahl der neu angemeldeten Nutzer für ein Forum o.ä. sein, die Anzahl der Downloads einer bestimmten Datei, usw.

Im Grunde ist das Verfahren recht simpel: Ich definiere eine Seite, deren Aufruf als Ziel gewertet werden soll. Das Analyse-Tool zählt dann wie gewohnt die Webseiten-Besuche, über welche Keywords und welche Referrer (Webseiten, Suchmaschinen, oder vorher definierte Kampagnen) die Besucher kommen, wie oft ein bestimmtes Ziel aufgerufen wurde und bringt dann diese Daten zusammen. Das sieht dann in der Auswertung bei PIWIK etwa so aus:

PIWIK Ziel-Conversion-Rate

PIWIK Ziel-Conversion-Rate

Nun fiel mir aber auf, dass die Berechnung nicht ganz stimmen kann. Wie man in dem Bild oben sieht, ist nämlich die Wandlungsquote bei weniger Besuchen und gleicher Zahl der Wandlungen niedriger – was ja nicht sein kann! Oder nach Marta Milchmädchen: Wenn von 20 Äpfeln 5 verfault sind, dann ist das ein Viertel. Wenn ich von diesen 20 Äpfeln 5 (noch gute) esse, die 5 verfaulten aber drin lasse, dann sind von der übrigen Menge bereits ein Drittel verfault.

Wenn von 621 Besuchen nun also 5 das Ziel erreichen, sind das rund 0,81% – und eben nicht 0,96%! Das mag zwar kleinkariert klingen, ist aber ein Fehler, der bei großen Zahlen ebenso große Auswirkungen haben kann. Eine Abweichung von immerhin 0,15%, die aber bei den anderen beiden Werten (5 auf 605 und 5 auf 597) etwa gleich ist.

Ich hab mir gedacht: das kann doch nicht sein, dass PIWIK da so einen riesigen Rechenfehler hat! Zur Sicherheit habe ich mir dann die komplette Tabelle heruntergeladen – denn ich weiß, dass hier gerne mehr Werte drin stehen, als in der Auswertung angezeigt werden.

Und siehe da! Ich habe doch die “richtige” Rechengröße gefunden. In der ganz letzten Spalte der zugehörigen Tabelle sind die “Unique Visitors” angegeben. Diese sind bei den drei Zugriffsquellen 523, 597 und 581. Und wenn ich anhand dieser eindeutigen Besucher die Wandlungsquote erneut berechne, was ja auch logisch betrachtet Sinn macht, komme ich auf die angegebene 0,96%, 0,66% und 0,68%.

PIWIK zeigt also in der Standard Ziel-Auswertung die Besuche an und nicht die Besucher, berechnet aber anhand der eindeutigen Besucherzahl die Wandlungsquote eines Ziels. An und für sich betrachtet, ist es korrekt, die Conversion-Rate anhand der eindeutigen Beuscher zu berechnen – In der normalen Auswertungsansicht diese Zahl aber vorzuenthalten und statt dess die Visits anzuzeigen, ist irgendwie … unsinnig!

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Der Herr Datenschutzbeauftragter-des-Bundeslandes-Hamburg Caspar macht sich wieder einmal wichtig. Er tritt gestern medial wirklsam in der Presse breit, dass der die Gespräche mit Google bezüglich deren Webseiten-Auswertungs-/Statistikdienst “Google Analytics” abgebrochen hat. Und Google antwortet natürlich (wie mittlerweile scheinbar üblich): “Davon wissen wir nichts“.

Herr Caspar möchte, dass Google bei der Sammlung der Daten die IP-Adressen nicht vollständig speichert und ausserdem den (End-)Benutzern – also den Webseitensurfen – die Möglichkeit gibt, der Erfassung grundsätzlich und generell zu widersprechen.

Grundsätzlich frage ich mich, warum überhaupt solche Leute wie Datenschützer sich so wichtig machen. Die wissen scheinbar schon, dass sie eigentlich überhautp nix zu sagen haben und die sowieso keiner hören will.

Aber was kann man gegen die vom machtbesessenen Herrn Caspar, der unebdingt zeigen will, wass er kann, angedrohten Klagen unternehmen? Wie das PC-Magazin WinFuture auf Berufung auf Google-Quellen schreibt, ist das gar nicht allzu schwer:

Auf Wunsch unserer deutschen Google Analytics-Nutzer haben wir mit der Deaktivierungs-Möglichkeit für Browser und der IP-Masken-Methode bereits Maßnahmen ergriffen, um diese Vorgaben zu erfüllen.

via winfuture.de

Scheinbar reicht das Herrn Caspar nicht, oder er weiss nicht so recht, was er da genau von Google fordert und wie diese Forderungen erfüllt werden. Merkwürdig an der ganzen Sache ist zudem, dass ausser Google Analytics aus Sicht der politisch Verantwortlichen scheinbar keine andere Webseiten-Auswertungssoftware betroffen ist. Diese Eigenart fand ich schon bei Google StreetView ziemlich suspekt! Denn hier gibt es definitiv andere Anbieter, die das gleiche machen.

Die Problematik um die IP-Adresse betrifft aber eine Reihe weiterer Tools. So kann Facebook mit seinem “Like”-Button alle Besucher einer Webseite tracken ähnliches gilt für Twitter, wenn dieses dynamisch eingebunden wird. Ein weiteres Problem ist Akismet, was viele Blogs – wir übrigens nicht – einsetzen. Hier werden zahlreiche Angaben beim Kommentieren an einen Server in den USA übertragen und dort gespeichert. Ähnliches gilt übrigens auch für das Plugin WordPress.com Stats was ebenfalls viele Blogger verwenden.

via googlewatchblog.de

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Statt dessen wirft die Androhung eines Rechtsreits – scheinbar besonders unter den Bloggern – die alternative Lösung Piwik auf den Plan. Hiervon hatte ich schon bei der ersten Datenschutzdiskussionrunde anno 2007 gehört. Piwik ist Open Source, kostenlos und mittlerweile wohl auch fast so gut wie Google Analytics. Ausserdem gibt es noch AWStats. AWStats ist aber so Standard-Webserver-Software und hat eine aboslute 90er-Jahre Anmutung.

Eine gute Erläuterung der Hintergründe der Datenschutz-Diskussion mit Google und eine kurze Erklärung zu Piwik gibt’s bei Pixelmechanics.

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