ist es bei Ihrer Bank normal, dass ich den Kontoauszug mit Datum vom 05.10.2011 erst am 20.12.2011 – also mehr als zwei Monate später! – in meinem Briefkasten habe? Wie soll ich da dann die Einspruchsfrist von sechs Wochen einhalten können?

Mit einer derartigen Verzögerung macht die Zusendung der Kontoauszüge überhaupt keinen Sinn. Ich finde es eine Frechheit, dass Ihr Unternehmen für diesen Anti-”Service” auch noch Gebühren verlangt. Diese bin ich nicht länger bereit zu zahlen. Bitte Senden Sie mir den Kontoauszug für das IV. Quartal 2011 bis spätestens 31.01.2011 zu. Falls dies nicht geschieht, oder im Rahmen der technischen Umsetzung bereits im Vorfeld zum Scheitern verurteilt ist, widerrufe ich meinen Antrag auf Zusendung der Kontoauszüge mit sofortiger Wirkung.

Da bin ich ja mal gespannt, was da als Antwort kommt.

Update: Kam ja ziemlich schnell:

Betreff: Keine Vertragsnummer erkannt ['Watchdog': ueberprueft]

Sehr geehrter Santander Consumer Bank Kunde,

Ihre Mail ist bei uns eingegangen. Leider konnte die Mail
nicht zugeordnet werden, da Ihre Darlehenskontonummer nicht
angegeben oder ungültig war. Bitte stellen Sie uns die Mail
unter Angabe der Darlehenskontonummer im Betreff/Thema nochmals
zur Verfügung.
[...]

Die Vertragsnummer hatte ich natürlich in den Betreff geschrieben, ich bin ja nicht blöd. Mir ist schon klar, dass die das sonst nie vernünftig zuordnen können. Ich hatte die Nummer genau so abgetippt, wie sie auf den Schreiben der Bank immer angegeben war, im Format x/xx/xxxxxx. Das scheint aber nicht richtig zu sein – zumindest nicht so, dass es ausgelesen werden kann. Die Mail also noch einmal weitergeleitet und die Betreffzeile entsprechend angepasst. Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lasse vor dem weiter geleitetem Text noch meine Antwort mitzugeben:

Okay, dann also noch einmal mit den Daten ohne den Schrägstrichen dazwischen… Ist natürlich ziemlich clever, die Finanzierungsnummer auf den Schreiben so anzugeben, dass sie vom Email-”Watchdog” nicht erkannt wird.

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Es gibt natürlich triviale Anzeichen, zum Beispiel wenn sich jemand bei einer Partnerbörse wie Neu.de oder Friendscout anmeldet und die Gebühren dann per Kreditkarte bezahlt, greift aber zu kurz. Tatsächlich gibt es statistische Muster aus Geschlecht, Alter, Wohnlage, Einkommen und Kaufverhalten die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit mit einer baldigen Trennung einher gehen. Finden Datensammler dann noch allzu private Aussagen zur Beziehung auf Facebook oder Twitter, wird die baldige Trennung für einen Überwacher fast schon zur Gewissheit.
[...]
Mittlerweile sind das Ausspähen von Kunden und die Vorhersage seines Verhaltens ein großes Geschäft, auch wenn Banken & Co. einen personalisierten Einsatz immer wieder leugnen. Teils scheint es in Deutschland damit einfach noch nicht so weit zu sein, teils wird wohl auch einfach nur abgewiegelt. Das muss schon deshalb so sein, weil solche Praktiken von vorne bis hinten illegal wären.

Was eben technisch möglich ist, wird auch gemacht. Den Banken sind doch Gesetze sowieso egal.

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